Montag, 5. Oktober 2015

Mr. Luckees


Es war irgendwann im August, 
da hab ich mir einen Fake - Facebookaccount zugelegt.
Ich, die Facebook beknackt findet und gerne dagegen gewettert hat, hat sich unter einem Pseudonym eingeloggt.
Im blauen Reich des Nonsense, der Realitätsferne und der Oberflächlichkeiten.

Und warum?
Weil ich Probenäherin sein wollte!
Ich wollte auch Schnitte testen, Feedbacks abgeben, meine Bilder in den Schnittmusteranleitungen wiederfinden und einen neuen Schnitt vorstellen.

Also angemeldet und beworben.
Beworben bei unheimliche Vielen. 
Fast überall wos ging, wo ichs halt mitgekriegt hab, dass sie jemanden suchen.

Und die Rechnung ging auf.
Ich wurde also Probenäherin.
Für "alte Hasen" und Newcomer.
Ich hab genäht wie eine Blöde und für 15 (!) verschiedene Schnittmusterersteller getestet.
Und das immer wieder in diversen Größen - das ist ja ganz praktisch, wenn man drei Modelle Zuhause hat.

Nun kann ich sagen, dass ich schon ein wenig Einblick gewonnen habe, wie das System Probenähen so funktioniert.

Es fängt bei einer Vielzahl (das sind tatsächlich manchmal hunderte!)
von Bewerbungen an, geht über unterschiedlich lange Testphasen, geänderte/optimierte Schnitte, und endet bei der Veröffentlichung eines e-books (diese ist für die Probenäherin immer wieder mit der Verlosung desselbigen und einer Richtlinie fürs Veröffentlichen des Nähprojektes verbunden).

Da kann ich überall mit. 
Das taugt mir sogar.
Es ist lässig mit dabei zu sein.
Auszuprobieren.
Gute Fotos zu machen.
Zu sehen, was die anderen zaubern.
Ich habe ausschließlich nette Nähgruppen erlebt!

Womit ich jedoch nichts anfangen kann ist, damit Werbung zu machen.
Es liegt meiner Ansicht nicht in der Verantwortung der Probenäherin das Marketing für ein e-book mit zu tragen.
Freilich kann sie das, wenn sie möchte.
Und wenn mich ein Schnitt von den Socken haut, dann schwärm ich auch davon.

Einen vorgegebenen Text zu posten..
... das geht mir dann doch zu weit.
Da fühl ich mich wie ein Lemming.
Das ist nicht mein Job, meine Aufgabe.
Denn ist ein Schnittmuster gut, dann wird es sich auch verkaufen.
Meiner Meinung nach reguliert das eh der Markt!!

Ich nähe, ich teste, ich fotografiere, ich gebe Feedback, ich poste auf meinem Blog.
Nicht mehr und nicht weniger.
Und aus!

Und damit ich richtig verstanden werde:
ich steh aufs Probenähen und freu mich schon auf mein Nächstes.
Bis dahin zeig ich euch die Bilder vom letzten Nähen.



Endlich gabs mal was für meinen Mann!
Mr. Luckees nennt sich die Hose von NipNaps, die es seit heute auf dem Markt gibt.


Mein Exemplar kommt im maritimen Stil daher.
Aus gestreiftem Sweat und mit einer knallroten Kordel, die leider ein bisschen zu dick ist, 
wie ich finde.
Die kann man dann nicht mehr so einfach binden.
Aber was tun - als Landei?
Bestellt - zu dick.
Ösen zu klein.
Ösen nachgekauft.
Kordel - gibts keine Alternative!
Der Mann wird sich was einfallen lassen.. ;-)


Im Schritt hat die Hose die Option auf eine aufgesetzte Knopfleiste (für alle, die die "Beule" stört).
Mir hat die Leiste so gefallen, dass ich sie mit einem Paspelband verziert habe.
Einen kleinen Eyecatcher also.


Die Hose sitzt wie angegossen.
Mein Mann ist zufrieden, und somit bin ich es auch, denn
Erwachsene sind einfach schwerer zu benähen als Kinder.

Und nachdem ich ein e-book verlosen darf, hier die Gewinnerin:

Cousinchen

(deine Mailadresse brauch ich noch)

So, bevors in den Feier/Nähabend geht, geht mein Mr. Luckee zu

phönixe

Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  2. Deine Hise für d n Mann find ich sehr gelungen- lässig!
    So funktioniert das mit dem Probenähen? Facebook kann ich nämlich auch nicht leiden...:-( hab erst seit 2Wochen nen Blog, muss ich zu Facebook?!?
    Danke für die ehrlichen Worte-sehr erfrischend :-P
    Grüße Uli

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    1. Ich glaub nicht dass du zu Facebook musst! Es ist wohl ein etwas zweischneidiges Schwert, denn: Probenähaufrufe gibts de facto bei Facebook mehr, bzw. findet man sie leichter. Gleichzeitig besteht ein wenig die Gefahr, dass man sich zu sehr von "seinem Eigenen", dem, was man machen möchte, entfernt.

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  3. Probenähen - ja, gerne.
    Vorgegebener Text - nein danke.
    Da geht es mir genauso wie dir!
    Und du hast vollkommen Recht: wenn ein Ebook Potential hat, verkauft es sich von selbst. Du hättest hier auch nur die Bilder posten können und mir hätte dein Nähergebnis gefallen und ich hätte mir den Schnittnamen gemerkt!! Die Hose finde ich nämlich echt toll!!!
    Liebe Grüße und danke fürs Verlinken bei Made4BOYS,
    Sabine

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    1. Danke für dein positives Feedback und deine Bestärkung!!

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  4. Antworten
    1. Danke dir! Mein Mann trägt die Hose unglaublich gern!
      Liegrüs

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